St. Johannes d. Täufer

Kirche Langenlonsheim

Um 1200 besaß Langenlonsheim nachweislich eine eigene Dorfkirche. Der Schutzpatron war der heilige Nikolaus. Wann sie errichten wurde und wer sie bauen ließ ist nicht bekannt. Zu dieser Zeit besaßen die Grafen von Loon, die als Burggrafen die höchsten weltlichen Gerichtsheeren der Stadt Mainz waren, den Zehnten in Langenlonsheim. Damals wurden Gotteshäuser oft von Burggrafen auf eigene Kosten errichten. Daher könnte es sein das ein Graf von Loon die Kirche erbauen ließ. Sie stand wohl dort, wo heute die evangelische Kirche steht.

Erstmal wurde in einer Urkunde aus dem Jahr 1475 eine Kirche als Pfarrkirche Sankt Johannes bezeichnet.

Durch Kriegshandlungen im Jahr 1504 wird die Kirche stark beschädigt und im Jahr 1526 wieder in Stand gesetzt. Als 1540 das ganze Dorf abbrannte, "sank auch die Kirch ein Schutt und Asche" wie in den Historien zu lesen ist.

Zwischen 1541 und 1545 bauten die Einwohner ihre Häuser und die Kirche wieder auf.

Nach 40 Jahren ersetzte die inzwischen evangelisch gewordene Gemeinde die alte Kirche durch einen Neubau. Teile dieses Baues, der Chorraumund die Sakristei mit Rundbogenfries und das Kreuzgewölbe findet man heute noch in der evangelischen Kirche in Langenlonsheim.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, als sich die Gemeinde konfessionell in Protestanten und Katholiken aufgespalten hatte, kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Konfessionen. Damals nutzen beide das gemeinsame Gotteshauses, die heutige evangelische Kirche als Simultankirche. Diese Auseinandersetzungen fanden erst mit dem Bau einer katholischen Kirche ihr Ende.

Zum Schutzpatron ihrer neuen Kirche wählte die katholische Kirchengemeinde wieder Johannes der Täufer. Grundsteinlegung war der 21. April 1907. Am 17. November 1907 fand der Weihegottesdienst der neuen Kirche statt.  Die Konsekration der Kirche durch den Trier Bischof Michael Felix Korum wurde am 4. Mai 1908 vollzogen.

Der Bauplan für die Kirche stammte von dem Architekten Professor Josef Kleesattel aus Düsseldorf, der viele neugotische Kirchen im Rheinland entworfen hat. Die gesamten Baukosten beliefen sich auf fast 80.000 Mark. Dazu steuerte die evangelische Gemeinde, vertragsgemäß, die nicht geringe Ablösungssumme von 24.000 Mark bei. Pfarrer Dr. Greeven schrieb, dass der Restbetrag von den evangelischen Gläubigen, nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit der Geldentwertung, mühelos abgetragen werden konnte. Die Ablösung des Simultaneums, des gemeinsamen Gotteshauses von evangelischen und katholischen Christen, soll von Evangelischen als freudiges Ereignis gefeiert worden sein. Sie feierten, so die Erzählungen, auf dem „Placken“ mit dem Ausruf: "Der Dom iss unser!"

In der Folgezeit entspannte sich das Verhältnis zwischen den beiden Konfessionen im Dorf. Der evangelische Pfarrer Menzel sprach in der Rückschau vom Geist der Freude über das Erreicht und vom Geist der Einmütigkeit im Verhältnis der beiden Bekenntnisse.

Das zeigte sich auch in der Regelung des Glockengeläuts für die gesamte Gemeinde. Bisher besorgte die Zivilgemeinde das Glockengeläut. Beide Konfessionen einigten sich auf eine Ordnung, die bis heute Bestand hat: Die katholische Kirche übernahm das Läuten am Morgen, Mittag und Abend (Angelus-Die-Läuten), die evangelische Kirche das Läuten um 11.00 Uhr und um 13.00 Uhr.

1927 wurden drei  neue Glocken angeschafft. Jedoch mussten 1942 drei Bronzeglocken als Rohstoff für die Rüstungsindustrie abgeliefert werden. Es wurde die evangelischen Glocken, diese waren aus Stahl, von den katholischen mitgenutzt. Nach Kriegsende war man um die schnelle Wiederbeschaffung der Glocken besorgt. Es wurden drei Stahlglocken gegen Wein getauscht. Zwei Glocken stifteten Langenlonsheimer Familien aus Dankbarkeit für die Heimkehr ihrer Söhne aus dem Krieg. Die dritte stammt aus einer Weinsammlung innerhalb der Gemeinde.

1953 wurde ein ausgedientes Harmonium durch eine Orgel ersetzt. Die letzten Spuren des Krieges an Turm, Fenster und Außenwand der Kirche wurde 1956 beseitigt. 1960 konnte das neue Pfarrhaus neben der Kirche bezogen werden.

Von 1968 bis 1974 wurde der Kindergarten fertig gestellt. Und es fand eine umfassende Innenrenovierung der Kirche, mit der Anpassung des Altarraumes an die Erfordernisse der Gottesdienstgestaltung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, statt.

Die Kirche befindet sich in der Oberen Grabenstraße 29