Willkommen in der Pfarreiengemeinschaft Guldenbachtal - Langenlonsheim

Unsere Pfarreiengemeinschaft

besteht aus den sechs Pfarrgemeinden

Liebe Gemeindemitglieder,

„Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch wieder ruhiger.“ Diesen Spruch von Karl Valentin schickte mir eine Freundin mitten im Adventstrubel.

Die ursprüngliche „stille Zeit“ gab es tatsächlich früher einmal, vor der Industrialisierung, als noch die Natur und die kürzer werdenden Tage den Lebenstakt bestimmten, als die Familien sich um den Kamin versammelten, man strickte, Kaputtes reparierte und den Kindern Geschichten erzählte.  Karl Valentin, Jahrgang 1882 – 1948, kannte offensichtlich schon die Hektik der  Vorweihnachtszeit, das Hasten und Rennen, das Nicht-zur-Ruhe-kommen, das Nimmer-müde-sein-dürfen-weil-noch-so-viel-zu-erledigen-ist vor den Feiertagen. Aber danach werde es ruhiger, verspricht er uns. Das klingt fast wie eine biblische Verheißung. Jedoch: Ruhe zwischen den Jahren? Mitten im Sich-vom-Verwandtenbesuch- erholen, im Umtauschstress, im Geschenkegutschein-einlösen-Marathon? Oder etwa Ruhe zum Jahresbeginn, wenn die Arbeit wieder startet, die Kinder schon am 06. wieder in die Schule müssen?  Vielleicht Ruhe in der Fastnachtsession? Nein, nicht gerade dann.

Ja, wann denn dann? Wann wollen wir eigentlich Ruhe haben? Wann passt es denn in unseren Jahreskreis? In der Adventszeit soll dann plötzlich die Stille Zeit sein, wünschen wir uns.
Nach Weihnachten ist vor Weihnachten, nehmen wir also auch das in Großschrift in unsere Neujahrs-gute-Vorsätze-Liste auf: Besinnung ab 1. Advent 2020!!!  Allerdings, Stille will eingeübt sein, kommt nicht von selbst oder kann man wie ein Rezept einlösen. Wer hindert uns denn eigentlich daran, die Stille schon früher zu leben, eben schon jetzt, zwischen den Jahren? Oder mal einfach so im Januar oder im Februar, oder...  Der Fernseher bleibt aus, Handy und Tablet werden weggelegt, mit anderen rausgehen in den Wald tut so gut oder drinnen bleiben und lesen oder spielen oder Musik hören oder nichts tun, wirklich nichts tun, außer atmen.      
Niemand hindert uns. Außer vielleicht wir selbst. Denn nichts muss so bleiben, alles darf sich ändern.

In diesem Sinne wünscht Ihnen ab und an eine Stille Zeit


Ihre Sabine Brühl-Kind, Gemeindereferentin